High - Definition - Video
HD - HDV - HDTV
Es ist immer wieder die Rede von Auflösung, PAL, HDV, usw. Worum es dabei geht möchte ich Ihnen hier nun ein wenig genauer und möglichst unkompliziert näherbringen.
Die Größe eines gemalten Bildes z.b. gibt man in verschiedenen, geläufigen Masseinheiten an. Im deutschsprachigen Europa haben wir dafür die metrischen Einheiten (mm, cm, dm, m, usw.). Damit kann ich die Abmessungen eines Bildes festlegen.
Beim Fernsehen und Filmen sieht die Sache ein wenig anders aus. Natürlich gibt man die physikalischen Abmessungen eines TV-Gerätes auch in Messgrößen wie cm usw. an. Üblich ist hier die Angabe der Bilddiagonale von zb. dem linken unteren Eck ins rechte obere Eck in cm oder neuerdings auch sehr häufig in Zoll (das haben wir den Computerbildschirmen zu verdanken da wurde wohl aus Amerika die Maßeinheit Zoll als Meßgröße importiert) an.
Eine zweite, auch sehr wesentliche, Kenngröße ist die Auflösung. Dieser Wert gibt an, wieviele Bildpunkte ein Bild in der Breite und in der Höhe aufweist.
Eine weit verbreiteter Standart ist z.B. eine Bildauflösung von 576x720 Bildpunkten (oder auch Pixel genannt). Das heißt, dieses Bild besteht aus 576 Zeilen und jede Zeile enthält 720 Punkte. Da kommen wir so nebenbei insgesammt auf eine Gesammt-Punkte-Anzahl von 414720 einzellnen Punkten.
Diese Bildauflösung von 576x720 ist der sogenannte PAL-Standart.

Es ist nun völlig egal ob Sie ein TV Gerät mit 50cm Bildschirmdiagonale besitzen oder ein Gerät mit 82cm betrachten. Alle TV-Geräte, die dem PAL-Standart entsprechen, verfügen über 576 Zeilen mit jeweils 720 Punkten. Der einzige Unterschied ist, daß bei einem kleineren Fernseher die Bildpunkte enger zusammengepfercht sind und bei einem größeren Gerät eine entsprechend großzügigere Aufteilung angewendet wird. Das ist auch der Grund, warum Sie bei einem kleinen Gerät wesentlich näher herangehen können ohne das das Bild unscharf und pixelig wird, als bei einem großen Gerät.
Mit der Bildauflösung, also den Bildpunkten finden wir eine Plattform, welche es erst ermöglicht, unabhängig von den physikalischen Abmessungen von TV-Geräten, Filme herzustellen die auf jeder TV-Größe dargestellt werden können, solange es sich dabei um ein Gerät handelt, welches die selbe Auflösung verwendet als die aufzeichnende Kamera.
Also, wenn ich mit einer PAL-Kamera einen Film herstelle, so kann ich diesen problemlos auf einem PAL-TV wiedergeben.
Die Auflösung PAL gibt es seit ca. 1962. Damals wurde eigendlich die Art, wie der Film über Antennenkabel und Funk übertragen wurde, so bezeichnet. Aber auch die Auflösung wurde damals eben mit 576x720 Bildpunkten festgelegt.
Parallel dazu gab es noch weitere Bezeichnungen wie SECAM oder NTSC. Diese bezeichnen aber eigendlich alle die Art der Signalübertragung. Die Auflösung ist allerdings fix an die Übertragungsmethoden gebunden, daher kam es eben, daß diese Bezeichnen nun auch für die Anzahl der Bildpunkte verwendet wird.
Ein weiteres Merkmal dieser PAL-Auflösung ist das Bildseitenverhältnis. Die typische Bezeichnung dafür ist " 4:3" oder "16:9". Diese Kenngröße beschreibt das Verhältnis von der Bildbreite zur Bildhöhe. Den Mathematikern unter Ihnen wird nun gleich auffallen, daß sich daß nicht ausgeht. 720x576 steht nicht im Verhältnis 4:3. Genaugenommen müsste es 768x576 heisen. Es werden tatsächlich 768 Zeilen pro Bild verwendet. Davon werden aber nur 720 Zeilen auch tatsächlich im sichtbaren Bereicht des Fernsehgerätes angezeigt. Der Rest wird für Sonderaufgaben verwendet. Z.b. wird von den Runfunkanstalten in diesen Bereichen die Teletext-Information übertragen.
Die Darstellung "16:9" kam ins Spiel als man feststellte, daß dies besser dem menschlichen Blickfeld entsprach. Die Bilder wurden also in die Breite gezogen. In den Zeiten der PAL-Auflösung (576x720) machte man dies mit einem Trick. Da die Anzahl der Bildpunkte auf einer Zeile der TV-Geräte nicht so ohne weiters erhöht werden konnte, wurden die Filme einfach in der Höhe beschnitten. Dies sind die berühmten schwarzen Streifen oben und unten von Spielfilmen am TV. Das Bild hatte in diesem Fall anstelle der 576 Zeilen in Wirklichkeit nur mehr ca 480 Zeilen, welche für die Darstellung des Films verwendet werden. Die restlichen Zeilen werden einfach schwarz dargestellt. An der Anzahl der Bildpunkte pro Zeile hat sich nichts verändert.
Zur Zusammenfassung:

Bildschirmgröße:
wird als Diagonale in cm oder Zoll angegeben

Bildschirmauflösung:
wird als Anzahl von darstellbaren Bildpunkten angegeben (z.B. 576x720)

Seitenverhältnis:
gibt an in welchen Verhältnis die Breite des Bildes zur Höhe steht
z.b. 4:3 oder 16:9
