Bei all den Erklärungen,
auf dieser Seite gehe ich
davon aus, daß Sie sich für eine
"Videokamera" interessieren.
Diverse Kombigeräte, wie Handy-Organizer-Photo-Video-Kombinationen oder auch Foto-Videokombinationen scheide ich von vornherein aus meinen Empfehlungen aus. Zu einschneidend sind die Kompromisse der Gerätehersteller in den einzellnen Funktionsgruppen zur Erzeugung von Multifunktionsgeräten. Schließlich wollen wir ja nicht spielen, sondern ernsthafte Home-Videos herstellen.
Die Kameraempfehlung zu den festgestellten Video-Typen finden sie am Ende dieser
Seite
Vorher noch einige allgemeine Punkte, die Sie beim Kauf einer Kamera beachten sollten:
>Gewicht
Die Kameras werden immer kleiner, und leichter. Der Gewichtsverlust hat aber nicht nur positive Aspekte.
Umso weniger Gewicht die Kamera hat, umso leichter verwackeln Sie die Aufnahmen.
Probieren Sie mal einen Gegenstand mit 200 gramm und einen mit ca. 1kg jeweils vor dem Gesicht ruhig zu halten. Sie werden
feststellen, daß Sie den leichteren Gegenstand zwar länger halten können, aber sie wackeln mehr als mit dem
schweren Gegenstand. Hier müssen Sie nun das Mittelmaß zwischen leichtem Handling und ruhigen Bildern finden.
Klar, daß Sie sich eher zu einem kleinen Modell hingezogen fühlen, welches man leicht verstauen und somit öffter
mitführen kann.
Aktuelle Kameramodelle verfügen durchwegs über diverse Technologien um das Verwackeln auszugleichen. Allerdings hängt
die Qualität dieses Features stark vom Preis der Kamera ab.
>Aufnahmemedium
Bei Videokameras bieten die Hersteller allerlei Modelle mit verschiedenen Aufnahmemedien an.
- DV-Band
- DVD
- HDD (Festplatte)
- Flash-Speicher
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Das DV-Band mag zwar aufgrund der Tatsache, daß es sich um ein Band handelt
von vielen argwöhnisch betrachtet werden. Es eignet sich aber nach wie vor am besten für jene Hobbyfilmer, welche das
Material hinterher nachbearbeiten wollen.
Dies ist darin begründet, daß der "DV-Standart" gegenüber den anderen Aufzeichnungsmedien, sehr viel
mehr Bildinformationen abspeichert. Somit haben Sie hier die besten Vorraussetzungen für eine hohe Bild-Qualität nach
dem Bearbeiten.
Weiters können Sie ein volles Band (Üblicherweise 1h Aufnahmedauer) problemlos tauschen. So laufen Sie
z.B. im Urlaub nicht Gefahr, daß sie zwischendurch den Film von der Kamera runterbekommen müssen (siehe HDD).
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Die DVD eignet sich eigendlich nur für jene Hobby-Filmer, welche Aufnahmen ohne
Nachbearbeitung sofort am TV mittels DVD-Player präsentieren wollen.
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Kameras mit HDD (Festplatte) bieten je nach Festplattenkapazität mehre Stunden
Aufnahmedauer. Diese kann man durch Abstriche bei der Qualität noch in die Länge ziehen.
Zu beachten ist hierbei, daß bei den meisten Modellen Aufzeichnungsformate verwendet werden, welche von den meisten
Schnittprogrammen zur Nachbearbeitung nicht erkannt werden. Hier ist man auf die mitgelieferte Software angewiesen - welche in
den meisten Fällen nur einen sehr eingeschränkten Funktionsumfang bietet.
Die Aufzeichnung in der höchsten Auflösung kann aber noch immer nicht mit dem DV-Standart mithalten, was auch zu
beachten ist, wenn Sie die Filme nachbearbeiten wollen.
Weiters ist zu beachten, daß Festplatten ziemlich viel Energie
aufnehmen, was sich wiederum negativ auf die Akkulaufzeit auswirken kann (Testberichte nachlesen).
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Flash-Speicher-Kameras (meist SD-Karten) eignen sich aufgrund von fehlenden beweglichen
Teilen (Bandlaufwerk, DVD-Laufwerk oder Festplatte) am besten als Begleiter für rasante Aufnahmen. Z.B. als Helmkamera beim
Mountain-Biken, Fallschirmspringen, usw. Diese Kameras vertragen Erschütterungen am besten.
Mal ganz davon abgesehen, daß ich eine Videokamera nie absichtlich runterwerfen würde - irgendwann wird unter anderem
auch die Optik verärgert reagieren, was sich neben einem Totalausfall z.B. auch durch unscharfe Bilder, usw zeigen kann.
Weiters müssen Sie bei Flash-Speicher-Kameras darauf achten, daß Sie nicht bloss eine Handy-Kamera im Kameragehäuse
kaufen (billige Modelle). Hier können Sie beim Streben nach dem günstigsten Modell wirklich einen Fehlkauf riskieren.
Es ist noch anzumerken, daß gleich den HDD-Kameras, auch hier Dateiformate verwendet werden, welche nur durch mitgelieferte
Software bearbeitet werden kann. Somit ist der Komfort durch profesionelle Schnittsysteme (Software-Programme zur Nachbearbeitung)
nur auf Umwegen nutzbar. Dies geht wiederrum zu lasten der Film-Qualität.
>Zoom
Lassen Sie sich nicht von 20-fach otischem und 800fach-Digitalzoom verführen.
Eine Kamera mit 8 bis 10-fach optischem Zoom ist vollkommen ausreichend. Umso näher Sie an ein Motiv heranzoomen umso
mehr verwackeln Sie die Aufnahme.
>Motiv-Programme und andere Features
Beinahe alle Kameras sind mit Zusatz-Funktionen, wie verschiedene Motiv-Programme bei der Aufnahme,
Einblenden von Texten, usw ausgestattet.
Ich habe noch nie jemanden erlebt, der sich während der Aufnahme Gedanken darüber gemacht hat ob die folgende Aufnahme
in "Sephia" oder mit ähnlichen Effekten aufgenommen werden soll. Dafür bieten Video-Schnittprogramme wesentlich
bessere Möglichkeiten. Video-Filmer, die nicht nachbearbeiten wollen, werden sich auch nicht die Zeit nehmen, an der Kamera die
Aufnahmemodis umzuschalten.
Sinnvoll sind hingegen Einstellmöglichkeiten für Aufnahmen im Freien oder im Inneren von Gebäuden. Hier kann man
Einstellungen für Inhouse-Aufnahmen gute Qualitätsverbesserungen der Aufnahmen erreichen.
>Mikrofon
Dieses Bestandteil von Videokameras wird bei den Kaufentscheidungen leider immer wieder ausser Acht gelassen. Gerade hier liegt
aber hinterher oft der Grund für Ärgernis. Achten Sie bei der Kameraauswahl auf ein hochwertiges Mikrofon (oder
Mikrofonsystem) welche stark nach vorne gerichtet agiert. Es ist nichts ärgerlicher, als wenn die, meist nicht
aufzeichnungswürdigen, Geräusche des Kameramannes lauter sind als die Sprache von den Akteuren.
>Zubehör
Achten Sie darauf, daß beim Modell Ihrer Wahl folgendes Zubehör dabei ist:
Fire-Wire-Kabel zur digitalen, verlustfreien Übertragung des Filmmaterial von der
Kamera auf den PC oder DVD-Recorder
Video-Anschlußkabel zum schnellen Betrachten der Aufnahmen am TV
Zu welchen Hersteller Sie sich hingezogen fühlen, ist zum Großteil eine Sympathie-Entscheidung. Alle namhaften Hersteller von Video-Kameras haben Modelle mit den verschiedenen Ausstattungsvarianten. Wieviel Sie ausgeben wollen hängt ganz von Ihnen ab. Vergleichen Sie es mit dem Autokauf. Sie kommen mit einem Polo und einem Mercedes ans Ziel. Mit dem einen Komfortabler und sicherer als mit dem anderen. Aber den Mercedes kann oder will sich halt nicht jeder leisten. Genau so verhält es sich auch mit dem Preis bei den Videokameras.
Wenn Sie zu einem günstigen Modell neigen, so prüfen Sie noch ob sich für Sie die Notwendigkeit von Zubehör ergibt und ob dieses für Ihr Wunschmodell erhältlich ist.
Meine Empfehlungen zum jeweiligen
Video-Typ:
- Zweckorientiert - Minimalist
Wenn Sie ohne PC zur DVD-Erstellung auskommen wollen, sollten Sie ein
Modell mit DVD-Aufnahmemedium in Betracht ziehen. Wenn Sie auf die bessere Bildqualität nicht verzichten wollen und einen
PC zur Verfügung haben, greifen Sie zu einer Kamera mit DV-Aufnahmemedium
- Zweckorientiert - Perfektionist
Sie sollten Sich auf jeden Fall für Modell mit DV-Laufwerk entscheiden. Weiters sollte die
Kamera über eine Fire-Wire (IEE1394) Schnittstelle verfügen. Darüber können Schnittprogramme die Kamera
steuern
Auch sollte das gewählte Modell über einen Zubehör-Schuh verfügen.
-Technik-Fan
Wie schon bei der Typ-Beschreibung festgestellt, wird hier die Kamerawahl wohl von den technischen
Features der Produkte gelenkt werden. Aber auch hier gilt, daß die Kamera einen gewissen qualitativen Mindest-Standart haben
sollte. Kaufen Sie sich keine Kamera um € 200.- !!!
-praktizierender Zeitgeist
Wenn Sie sich nicht in einer der 3 vorgenannten Kathegorien wiederfinden, sollten sie ihre Entscheidung
eher emotional treffen. Klein, trendy, Aufnahmemedium DVD, HDD oder Flash, großer Monitor (so können Sie Ihre Aufnahmen
sofort einem kleinen Kreis vorführen). Weiters muß Ihre Wahl unbedingt auch Fotos machen können. Dafür ist auch
ein integrierter Blitz sehr von Vorteil.
